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KWS History: Stadtgeschichte Gütersloh – Arbeitsmigration – sie kamen und viele blieben

Von KWS, Karla-Wagner-Stiftung, KWS History5.051 Views

#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – #Arbeitsmigration – sie kamen und viele blieben

#Gütersloh, 4. Juli 2026

Die #Arbeitsleistung der ausländischen Beschäftigten war ein wichtiger Faktor für den wirtschaftlichen #Erfolg Deutschlands. Dennoch waren ihre #Lebensbedingungen häufig schwierig. Besonders die Wohnungssituation bereitete vielen Probleme. Nicht selten wurden ausländische Mieter benachteiligt, mit schlechten Wohnungen abgespeist oder überhöhten Mieten ausgesetzt. Auch im Bildungsbereich bestanden erhebliche Defizite. So lebten Anfang 1973 in Gütersloh 6.444 Ausländer, darunter 1.262 #Kinder unter 14 Jahren. Nur 55 besuchten einen Kindergarten, lediglich 380 eine Schule.

Da #Politik und #Behörden lange davon ausgingen, dass die sogenannten »#Gastarbeiter« wieder in ihre Heimat zurückkehren würden, spielte Integration zunächst kaum eine Rolle. Noch 1971 erklärte der Kreis #Wiedenbrück, keine Eingliederungsmaßnahmen durchzuführen; der Kreis Halle antwortete auf entsprechende Anfragen sogar mit »Fehlanzeige«. Erst Anfang der 1970er Jahre entstanden Koordinierungskreise, in denen Verwaltungen, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Gewerkschaften und weitere Institutionen gemeinsam Lösungen entwickelten.

Auch die Stadt #Gütersloh richtete 1971 einen Arbeitskreis zur Betreuung ausländischer Mitbürger ein und eröffnete eine Beratungsstelle. Ergänzend erschien ein mehrsprachiger Leitfaden mit Informationen zu #Rechten, #Pflichten und dem #Leben in #Deutschland.

Neben öffentlichen Einrichtungen engagierten sich auch private Initiativen. 1974 entstand der Arbeitskreis soziale Minderheiten (#AKSOM), der unter anderem ein internationales Kinderzentrum betrieb. Gleichzeitig organisierten sich die Migranten selbst und gründeten Kulturvereine für die italienische, jugoslawische, spanische, portugiesische und griechische Bevölkerung.

Mit dem #Anwerbestopp von 1973 änderte sich die Situation grundlegend. Aus Sorge, später nicht mehr nach Deutschland zurückkehren zu können, entschieden sich viele Arbeitsmigranten dauerhaft zu bleiben. Sie holten ihre Familien nach, bezogen bessere Wohnungen oder bauten Eigenheime. Aus Gastarbeitern wurden Einwanderer.

#Migration endete damit jedoch nicht. Bis heute kommen #Spätaussiedler, #Arbeitsmigranten und #Schutzsuchende nach Deutschland. Auch aus den früheren Anwerbestaaten zieht es seit den wirtschaftlichen Krisen wieder Menschen hierher. Sie treffen auf ein Land, das sich erst seit wenigen Jahren ausdrücklich als Einwanderungsland versteht. Die Geschichte ihrer Integration wird bis heute weitergeschrieben.

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