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NOW Lesertelefon – Nachbereitung der Sprechzeit »Heizen mit der Wärmepumpe« vom 20. August 2026
#Gütersloh, 22. August 2026
In der ersten Jahreshälfte 2026 stieg die Zahl der verkauften Heizungs Wärmepumpen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 40 Prozent. Kostenrisiken bei fossilen Brennstoffen, der Werterhalt der eigenen #Immobilie sowie die Förderung für den Einbau einer #Wärmepumpe geben für viele Hausbesitzer den Ausschlag für den Umstieg. Worauf es bei der Planung ankommt und welche Förderungen nach den jüngsten Änderungen möglich sind, dazu informierten Experten des Bundesverbands Wärmepumpe (#BWP) am Lesertelefon. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Was bedeuten die neuen Förderregeln, wenn ich jetzt auf eine Wärmepumpe umsteigen will?
Peter Kuscher (BWP): »Seit dem 21. Juli 2026 gelten geänderte Förderbedingungen. Die Grundförderung für Wärmepumpen bleibt bis Ende des Jahres bei 30 Prozent, hinzu kommen gegebenenfalls weitere Boni. Der Einkommensbonus ist nun sozial gestaffelt, wodurch Familien mit Kindern sowie geringe Haushaltseinkommen besonders profitieren können. Neu ist: Der Klimageschwindigkeitsbonus und die förderfähigen Investitionskosten werden ab 2027 kontinuierlich abgesenkt. Es lohnt sich also, zeitnah Kontakt zu einem Fachpartner aufzunehmen und die Planungen zu beginnen, um möglichst frühzeitig einen Antrag stellen zu können.«
#Energieberatung, #Heizungsfachkraft und #Elektrofachkraft – mit welchen Fachleuten muss ich wann sprechen?
Joel Grieshaber (BWP): »Am Anfang kann eine #Energieberatung helfen, den Zustand des Gebäudes zu bewerten und #Fördermöglichkeiten zu prüfen. Die für die Planung wichtige Berechnung der Heizlast kann ebenfalls im Rahmen der Energieberatung erfolgen oder von einem Heizungsfachbetrieb übernommen werden. Die Auswahl einer passenden Wärmepumpe sollte in Abstimmung mit dem Heizungsbauer getroffen werden. Noch vor der Angebotserstellung wird ein Elektrofachbetrieb einbezogen, um den Zustand der bestehenden Elektroinstallation zu bewerten und den resultierenden Arbeitsaufwand abzuschätzen. Planung, Angebot und Installation erfolgen durch das Heizungsfachhandwerk und Elektrofachhandwerk. Sobald #Gerät und #Zählerkonzept festgelegt wurden, ist die Wärmepumpe durch die Elektrofachkraft beim Netzbetreiber anzumelden.«
Wie stelle ich sicher, dass ich produktneutral beraten werde?
Joel Grieshaber (BWP): »Eine gute Beratung orientiert sich am Gebäude, und nicht an einem bestimmten Hersteller. Fragen Sie nach der Heizlastberechnung und den Gründen für die vorgeschlagene Lösung. Unabhängige Energieberater und qualifizierte Fachbetriebe können dabei unterstützen. Mehrere Angebote einzuholen, schafft zusätzliche Transparenz. Dennoch sind Heizungsfachbetriebe auf eine Hand voll Hersteller limitiert, weil für die Wartung und Installation produktspezifische Schulungen besucht werden müssen.«
Worauf sollte ich bei den Angeboten besonders achten?
Katja Weinhold (BWP): »Besonders darauf, dass ein Angebot auf Ihr Gebäude zugeschnitten ist und in nachvollziehbare Positionen gegliedert ist. Außerdem sollten Leistungen wie #Planung, #Installation, #Inbetriebnahme und mögliche Nebenarbeiten klar aufgeführt sein. Dazu zählen zum Beispiel Fundament, Elektroinstallation, Demontagearbeiten und Entsorgungsarbeiten oder der Tausch einzelner Heizkörper. Achten Sie darauf, ob Fördervoraussetzungen berücksichtigt wurden. Unvollständige oder pauschale Angebote sollten hinterfragt werden.«
Was bedeuten #Heizlast, #Jahresarbeitszahl und #SCOP?
Joel Grieshaber (BWP): »Die Heizlast beschreibt, wie viel Wärmeleistung einem Gebäude an kalten Tagen zugeführt werden muss, um die gewünschten Raumtemperaturen zu halten. Die #Jahresarbeitszahl (JAZ) zeigt, wie effizient eine Wärmepumpe über ein ganzes Jahr arbeitet. Eine JAZ von 4 bedeutet beispielsweise, dass aus einer Kilowattstunde Strom etwa 4 Kilowattstunden Wärme entstehen. Der #SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) gibt Aufschluss über die jahreszeitbedingte #Effizienz einer Luft Wasser Wärmepumpe und ist ein guter Vergleichswert für die Effizienz verschiedener Wärmepumpen. Er bildet den realen Betrieb jedoch nur näherungsweise ab, da die Effizienz unter anderem auch vom Gebäude, der Vorlauftemperatur, dem Heizsystem sowie der Planung und Einstellung der Anlage abhängt.«
Können die alten #Heizkörper weiterverwendet werden?
Joel Grieshaber (BWP): »In Bestandsgebäuden können vorhandene Heizkörper häufig weiterhin genutzt werden. Früher wurden Heizkörper oftmals überdimensioniert – diese vergrößerten Heizflächen kommen nun der Wärmepumpe zugute. Entscheidend ist, ob sie bei niedrigen Vorlauftemperaturen – in der Regel maximal 55°C – genügend Wärme abgeben. Das sollte im Rahmen der Planung überprüft werden und ein notwendiger Austausch im Angebot enthalten sein.«
Muss ich mein #Haus vor dem Einbau der Wärmepumpe energetisch sanieren?
Katja Weinhold (BWP): »In den meisten Bestandsgebäuden funktionieren Wärmepumpen ohne vorherige Sanierungsmaßnahmen. Wichtig sind eine sorgfältige Planung und die passende Auslegung der Anlage. Dennoch sind zusätzliche Sanierungsmaßnahmen oftmals sinnvoll, da sie den Energiebedarf weiter senken. Falls ohnehin geplant ist, in den nächsten Jahren zum Beispiel Fenster auszutauschen oder das Dach zu erneuern, sollten diese Maßnahmen idealerweise noch vor oder mit dem Einbau der Wärmepumpe umgesetzt werden. Da sich dadurch der #Wärmebedarf des Hauses verändert, kann die Wärmepumpe möglicherweise kleiner dimensioniert werden.«
Welche Planungsfehler gilt es zu vermeiden?
Joel Grieshaber (BWP): »Zu den häufigsten Fehlern zählen eine ungenaue Ermittlung der Heizlast und eine daraus resultierende falsche Dimensionierung der Wärmepumpe. Auch die Wärmeverteilung im Gebäude sollte betrachtet werden. Werden diese Punkte sorgfältig geplant, arbeitet die Anlage effizient und zuverlässig. Außerdem ist ein hydraulischer Abgleich vorgeschrieben, um die Förderung zu erhalten.«
Wie lange dauert die Umsetzung in etwa?
Joel Grieshaber (BWP): »Der genaue Zeitraum hängt vom Gebäude, dem gewählten System und der Verfügbarkeit der beteiligten Fachbetriebe ab. Die Umsetzung umfasst Planung, Angebot, und Installation. Deshalb sollte ausreichend Vorlauf eingeplant werden. Auch wenn die Planung und Installation in der Regel innerhalb einer Woche umgesetzt sind, dauert es etwa vier bis sechs Monate von Beauftragung bis Projektabschluss. Wichtig: Nach erfolgter Förderzusage bleiben ganze 3 Jahre Zeit für die Umsetzung.«
Angesichts der #Rekordtemperaturen im #Sommer: Wie funktioniert #Kühlen mit Wärmepumpe?
Katja Weinhold (BWP): »Allgemein wird zwischen aktiver und passiver Kühlung unterschieden. Bei der aktiven Kühlung ist der Verdichter der Wärmepumpe in Betrieb. Der Kältekreis wird umgekehrt, sodass dem Gebäude Wärme entzogen und nach außen abgeführt wird. Diese Form der Kühlung ist bei unterschiedlichen Wärmequellen möglich, also auch bei Luftwärmepumpen. Bei der passiven Kühlung wird überschüssige Wärme über eine #Umwälzpumpe aus dem Gebäude in den kühleren Untergrund abgeführt. Diese Lösung kommt bei Erd und #Grundwasser #Wärmepumpen infrage. Sie ist besonders effizient, weil nur wenig Antriebsenergie benötigt wird. Gleichzeitig kann ein Teil der im Sommer abgeführten Wärme im Untergrund gespeichert und im Winter wieder für den Heizbetrieb nutzbar gemacht werden.«
Muss ich eine Genehmigung für das Aufstellen einer Wärmepumpe einholen?
Peter Kuscher (BWP): »Nicht, wenn es sich um eine Luft Wasser Wärmepumpe handelt. Hier sind lediglich Schallschutzvorgaben einzuhalten, und die Anlage muss durch einen #Elektrofachbetrieb beim #Netzbetreiber angemeldet werden. Bei Erdwärmesonden oder Grundwasseranlagen sind hingegen häufig Genehmigungen nötig. Welche Anforderungen gelten, hängt von der Wärmequelle und den örtlichen Vorgaben ab, über die ein Fachbetrieb vor Ort informieren kann.«
Macht eine Kombination aus Wärmepumpe und #Gasheizung Sinn?
Katja Weinhold (BWP): »Eine Wärmepumpe kann auch Teil einer #Hybridheizung sein. In den meisten Fällen lässt sich ein Gebäude jedoch vollständig mit einer Wärmepumpe beheizen. Daher machen sie in kleinen und mittelgroßen Wohngebäuden aufgrund der erhöhten Installations und Wartungskosten in der Regel keinen Sinn. Bei großen, sehr alten Wohngebäuden mit hohen Temperaturanforderungen kann jedoch darauf zurückgegriffen werden.«
Kann es sinnvoll sein, für die #Warmwassererzeugung eine separate Wärmepumpe zu installieren?
Katja Weinhold (BWP): »Durchaus, denn eine sogenannte #Warmwasserwärmepumpe arbeitet unabhängig von der Heizungswärmepumpe und kann diese entlasten. Außerdem können Warmwasserwärmepumpen aufgrund der geringen Anschlussleistung schon mit wenig Strom, zum Beispiel aus einer #Photovoltaik Anlage, autark arbeiten. Ob sich diese Lösung lohnt, hängt vom Gebäude und dem Nutzungsverhalten ab und sollte Gegenstand der Beratung sein. Bestenfalls deckt eine Wärmepumpe aber beide Bereiche ab.«
Mit welchen Betriebskosten muss ich rechnen – und wie halte ich diese möglichst gering?
Katja Weinhold (BWP): »Die zu erwartenden Betriebskosten hängen von der Effizienz des Heizungssystems ab. Eine optimale Einstellung der Anlage und niedrige Vorlauftemperaturen helfen, möglichst viel Wärme aus jeder Kilowattstunde Strom herauszuholen und die Kosten niedrig zu halten – zukünftig werden zudem flexible #Stromtarife oder die #Eigenproduktion mittels Photovoltaik eine immer größere Rolle spielen und zu geringeren #Stromkosten beitragen.«
Wie hoch sind die Wartungskosten?
Peter Kuscher (BWP): »Wärmepumpen sind im Verhältnis zu #Gasheizungen oder #Ölheizungen weniger wartungsintensiv, da eben nichts verbrannt wird und so der Schornsteinfeger schon einmal wegfällt. Nach dem ersten Betriebsjahr sollte auf jeden Fall eine Wartung stattfinden, um die Effizienz zu prüfen. Im Anschluss sollte eine Wartung im Rhythmus von 2 Jahren oder weniger ausreichen. Die Wartungszyklen sollten bestenfalls schon bei der Installation abgesprochen werden, damit es auch hinsichtlich der Kosten keine Überraschungen gibt.«
Was geschieht mit dem #Gasanschluss?
Joel Grieshaber (BWP): »Wird die Gasheizung vollständig durch eine Wärmepumpe ersetzt, wird der Gasanschluss nicht mehr benötigt. Ob dieser stillgelegt oder vollständig rückgebaut wird, können Eigentümer mit ihrem zuständigen Netzbetreiber klären – in der Regel ist dafür ein schriftlicher Antrag einzureichen. Wichtig ist auch, den Gasliefervertrag rechtzeitig zu kündigen. Er endet nicht automatisch, wenn der Gasanschluss stillgelegt oder zurückgebaut wird.«
Weitere Infos rund um die Wärmepumpe online …
Veranstaltungshinweis: Wärmepumpen Infotage
Ende September 2026 startet eine neue Runde der bundesweiten Wärmepumpen Infotage, der größten herstellerneutralen Informationsreihe zum #Heizungstausch in Deutschland. Expertinnen und Experten informieren und beraten kostenlos und praxisnah zu allen gesetzlich möglichen Heizungsarten, das Beratungsangebot lokaler Fachbetriebe ergänzt die Vorträge. Gastgeber der insgesamt 25 Veranstaltungen sind Kommunen und Energieagenturen. Termine, Online Anmeldung und Informationen gibt’s hier …
Die Experten am Lesertelefon
Lutz Spring, Lutz Spring GmbH. Beirat #Fachhandwerk #Bundesverband #Wärmepumpe, #Oranienburg
Ingo Leßmann, Wärme & Klima Leßmann, Beirat Fachhandwerk Bundesverband Wärmepumpe, #Deizisau
Karl Kroll, Mitsubishi Electric Europe, Beirat Industrie Bundesverband Wärmepumpe, #Ratingen
Bernd Wagner, Gebäudesystemtechnik Wagner GmbH, Beirat Fachhandwerk Bundesverband Wärmepumpe, #Kottenheim
Ulrich Konen, Lumitronic GmbH, Beirat Fachhandwerk Bundesverband Wärmepumpe, Kempen Tönisberg
Steve Seifert, Seifert Haustechnik GmbH, Beirat Fachhandwerk Bundesverband Wärmepumpe, #Lößnitz
Peter Bayer, Albert Bayer GmbH, Beirat #Fachhandwerk Bundesverband Wärmepumpe, #Johannesberg
Katja Weinhold, Beraterin Technik und Förderung Bundesverband Wärmepumpe, #Berlin
Peter Kuscher, Berater Technik und Förderung, Bundesverband Wärmepumpe, Berlin
Joel Grieshaber, Berater Technik und Förderung, Bundesverband Wärmepumpe, Berlin
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