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Vagusnerv eingeklemmt? Diese Symptome und Ursachen sollte man kennen

Von KWS, Gesund und Fit, Gesundheit13.369 Views

Vagusnerv eingeklemmt? Diese Symptome und Ursachen sollte man kennen

Der Vagusnerv gehört zu den wichtigsten Nerven unseres Körpers – und trotzdem wissen viele Menschen kaum, welche Aufgaben er übernimmt. Erst wenn Beschwerden wie Schwindel, Verdauungsprobleme, Herzklopfen oder ein ungewöhnliches Engegefühl im Hals auftreten, begegnet vielen Betroffenen bei der Suche nach möglichen Ursachen erstmals der Begriff »Vagusnerv«.

Besonders häufig wird dabei nach einem sogenannten »eingeklemmten Vagusnerv« gesucht. Nurosym, ein Unternehmen, das sich mit nicht invasiver Vagusnervstimulation beschäftigt, hat in einem ausführlichen Ratgeber zusammengefasst, welche Symptome bei einem möglicherweise eingeklemmten Vagusnerv auftreten können und welche unterschiedlichen Ursachen hinter entsprechenden Beschwerden stehen können.

Doch was bedeutet es überhaupt, wenn der Vagusnerv »eingeklemmt« sein soll? Welche Rolle spielen Nacken, Stress und das autonome Nervensystem – und wann sollten Beschwerden ärztlich abgeklärt werden?

Was ist der Vagusnerv?

Der Vagusnerv ist der zehnte Hirnnerv und ein wichtiger Bestandteil des parasympathischen Nervensystems. Dieser Teil des autonomen Nervensystems ist insbesondere an Prozessen beteiligt, die mit Ruhe, Regeneration und Verdauung zusammenhängen.

Der Nerv beginnt im Hirnstamm und verläuft anschließend durch den Hals in Richtung Brust und Bauchraum. Auf seinem Weg steht er mit verschiedenen Organen in Verbindung und ist unter anderem an der Regulation von Herzfrequenz und Verdauung sowie an Funktionen im Rachen und Kehlkopfbereich beteiligt.

Sein weitreichender Verlauf erklärt, weshalb Veränderungen der Vagusfunktion mit sehr unterschiedlichen Beschwerden in Verbindung gebracht werden können.

Kann der Vagusnerv tatsächlich eingeklemmt werden?

Der Ausdruck »eingeklemmter Vagusnerv« ist im Alltag und bei Internetsuchen verbreitet, medizinisch jedoch nicht besonders präzise.

Anders als bestimmte Nerven an der Wirbelsäule liegt der Vagusnerv nicht einfach zwischen zwei Wirbeln, wo er typischerweise durch einen Bandscheibenvorfall eingeklemmt werden könnte. Eine tatsächliche strukturelle Kompression oder Schädigung des Nervs ist zwar möglich, sollte aber von anderen Formen einer gestörten oder veränderten Nervenfunktion unterschieden werden.

Auch Beschwerden im Hals und Nackenbereich bedeuten daher nicht automatisch, dass der Vagusnerv mechanisch eingeklemmt ist.

Welche Symptome werden mit dem Vagusnerv in Verbindung gebracht?

Da der Vagusnerv an unterschiedlichen Körperfunktionen beteiligt ist, können auch Beschwerden, bei denen eine Beteiligung des autonomen Nervensystems vermutet wird, sehr unterschiedlich ausfallen.

Dazu können beispielsweise gehören …

  • Schwindel oder Benommenheit

  • Übelkeit und Verdauungsbeschwerden

  • Veränderungen der Stimme oder Heiserkeit

  • Schwierigkeiten oder ungewöhnliche Empfindungen beim Schlucken

  • Herzklopfen oder Veränderungen der Herzfrequenz

  • ein Engegefühl im Hals

  • innere Unruhe

  • Beschwerden, die gemeinsam mit starken Nackenverspannungen auftreten

Entscheidend ist jedoch: Diese Symptome sind nicht spezifisch für eine Störung des Vagusnervs. Viele davon können zahlreiche andere Ursachen haben.

Eine Selbstdiagnose anhand einzelner Symptome ist deshalb nicht sinnvoll. Besonders neue, starke oder länger anhaltende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.

Welche Rolle spielt der Nacken?

Der Vagusnerv verläuft durch den Hals, weshalb häufig ein Zusammenhang zwischen Nackenbeschwerden und dem Nerv vermutet wird.

Langes Sitzen, wenig Bewegung, eine ungünstige Haltung oder hohe muskuläre Spannung können zu Nacken und Schulterbeschwerden beitragen. In dieser Region befinden sich zudem zahlreiche Nerven, Muskeln, Blutgefäße und andere empfindliche Strukturen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass gewöhnliche Nackenverspannungen automatisch den Vagusnerv einklemmen. Die Zusammenhänge können deutlich komplexer sein.

Auch Stress kann eine Rolle spielen. Dauerhafte Belastung kann sowohl die Muskelspannung als auch die Aktivität des autonomen Nervensystems beeinflussen. Körperliche und nervliche Faktoren sollten daher nicht immer getrennt voneinander betrachtet werden.

Was hat Vagusnervstimulation damit zu tun?

Neben Atemübungen, Bewegung, Schlaf und anderen Ansätzen zur Unterstützung von Entspannung und Regeneration wird zunehmend auch über Vagusnervstimulation gesprochen.

Grundsätzlich gibt es invasive und nicht invasive Verfahren. Während bei invasiven Formen ein medizinischer Eingriff erforderlich ist, sollen nicht invasive Methoden den Nerv von außen stimulieren.

Nurosym verfolgt einen solchen nicht invasiven Ansatz über die Stimulation eines Vagusnerv Astes am Ohr. Wer sich mit dieser Technologie beschäftigt, findet unter dem Begriff Vagusnerv Stimulator weitere Informationen über das Prinzip und die Anwendung der nicht invasiven Vagusnervstimulation.

Dabei sollte zwischen allgemeinen Informationen über den Vagusnerv, medizinisch etablierten Anwendungen der Vagusnervstimulation und den Eigenschaften beziehungsweise dem vorgesehenen Verwendungszweck eines konkreten Geräts unterschieden werden.

Was kann man selbst tun?

Bei alltäglichen Nackenverspannungen und stressbedingter Anspannung können allgemeine Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, Pausen bei langem Sitzen und eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes hilfreich sein.

Auch ausreichend Schlaf, Erholungsphasen und ruhige Atemübungen können die Entspannung unterstützen.

Wer jedoch vermutet, dass Beschwerden mit dem Vagusnerv zusammenhängen, sollte nicht versuchen, eine mögliche Nervenkompression selbst zu behandeln. Die Ursache sollte insbesondere bei anhaltenden oder wiederkehrenden Symptomen professionell abgeklärt werden.

Bei ausgeprägten Schluck oder Atemproblemen, Ohnmacht, starken Brustschmerzen, neurologischen Ausfällen oder auffälligen Veränderungen des Herzschlags ist eine zeitnahe medizinische Beurteilung wichtig.

Fazit

Der Vagusnerv verbindet das Gehirn mit zahlreichen Bereichen des Körpers und übernimmt wichtige Aufgaben innerhalb des autonomen Nervensystems. Entsprechend groß ist das Interesse an der Frage, ob Beschwerden im Hals, Nacken oder anderen Körperregionen mit ihm zusammenhängen können.

Der häufig verwendete Begriff »eingeklemmter Vagusnerv« sollte allerdings nicht zu vorschnellen Schlussfolgerungen führen. Ähnliche Symptome können viele verschiedene Ursachen haben, und eine tatsächliche Kompression des Nervs ist nur eine mögliche Erklärung.

Wer länger anhaltende oder ungewöhnliche Beschwerden bemerkt, sollte deshalb zunächst deren Ursache medizinisch abklären lassen. Gleichzeitig wächst das Interesse daran, wie sich der Vagusnerv und das autonome Nervensystem gezielt beeinflussen lassen – von einfachen Entspannungsmaßnahmen bis hin zu modernen Verfahren der nicht invasiven Vagusnervstimulation.