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Foto: »Mondpalast«

Brands Kultur Check: »Alle(t) unter einem Dach« im »Mondpalast Wanne Eickel«

Von KWS, Kunst und Kultur, Feuilleton2.384 Views

#Brands #Kultur #Check: »Alle(t) unter einem Dach« im »Mondpalast Wanne Eickel«

#Lippstadt, 6. Oktober 2026

Nachdem »Alle(t) unter einem Dach« am Donnerstag seine Premiere im »#Mondpalast Wanne Eickel« feierte, waren wir mehr als gespannt auf dieses Stück.

Was passiert, wenn sieben völlig unterschiedliche Menschen beschließen, ihr Leben gemeinsam unter einem Dach zu verbringen?

Zu Beginn der neuesten #Komödie von Hausautor Siggi Domke stehen eben diese sieben Menschen auf der Bühne. Was beim Einstieg in diese Geschichte allerdings fehlt, sind die Beweggründe, warum gerade diese sieben Menschen zueinander finden, um eine #Mehrgenerationen #WG zu gründen. Als Zuschauer hat man hier leider das Gefühl, dass man irgendwie die Vorgeschichte verpasst hat.

Die Charaktere setzen sich so zusammen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Da ist Mike, der seinen Lebensabend mit seinen beiden Ex Partnerinnen Dunja und Melli verbringen möchte, Theo ein hauptberuflicher Clown, der als inzwischen alleinerziehender Vater seiner Tochter Lene eine neue Unterkunft sucht und die werdenden Eltern Theo und Marita.

Aus dieser Anfangsszene geht gar nicht erst die Hoffnung auf Nähe, Unterstützung und ein erfülltes Leben hervor und auch das Miteinander im Haus entwickelt sich ab Minute eins in ein Chaos aus #Missverständnissen, #Eifersucht, #Überforderung und immer wieder persönlichen #Auseinandersetzungen.

Der Escape Room als gescheiterte Teambuildingmaßnahme wirkt willkürlich in das Stück aufgenommen und dass sich am Ende alle über den Humor zueinander finden, wirkt ebenfalls etwas zufällig und kommt überraschend plötzlich.

Man hätte sich hier vielleicht gewünscht, dass die einzelnen Mitglieder der WG über ihre jeweils kleinsten gemeinsamen Nenner zueinander finden. Mike als Vater, der keinen Kontakt zu seiner Tochter hat und sie doch irgendwie vermisst und Theo der werdende Vater. Lene, die als Teenagerin und junge Frau ihren Platz im Leben sucht und Dunja und Melli als erfahrene Frauen, die viele Erfahrungen und Enttäuschungen aufweisen. Marita als werdende Mutter und Dunja die ihren in #Spanien lebenden Sohn ebenfalls vermisst.

So hätten sich spätestens ab dem Wollknäuel Spiel die Figuren langsam aufeinander zu bewegen können.

Stattdessen gerät selbst die gut gemeinte Teambuildingmaßnahme im Escape Room zu einem Fiasko. Warum auch immer.

Die flache Geschichte ohne roten Faden ist die eine Sache. Dem gegenüber steht ein Ensemble, das auch diesmal wieder vor Spielfreude sprühte und das Maximum aus dem vorliegenden Stoff machte.

Martin Zaik brilliert als lauter, grobschlächtiger Alt Linker Mike, der sich irgendwie so gar nicht unterordnen möchte, für ein WG Leben schlichtweg ungeeignet scheint und zudem auch noch in Reibereien mit seinen Ex Freundinnen gerät.

Silke Volkner als Dunja bringt immer mal wieder die ernsten und nachdenklichen Momente ins Stück und man nimmt ihr dies auch vollständig ab. Erst recht, als sie davon Wind bekommt, dass Mike und Melli sich vielleicht doch wieder annähern könnten. Hier verkörpert Silke Volkner die Rolle der Frau, die sich zum Lebensabend hin tatsächlich noch einmal um Nähe bemüht herausragend.

Die Rolle der Melli, verkörpert von Susanne Fernkorn, bekommt nach dem ersten Drittel des Abends Gott sei Dank doch noch die Kurve. Anfangs glaubte man, es sei eine Althippie Dame mit unglaublich schlechten Manieren, aber Susanne Fernkorn verkörpert die Melli glaubwürdig als diejenige, die sich wahrscheinlich Mike schon gerne wieder nähern würde, sich aber dann doch der Konsequenzen bewusst wird

Die meisten Bühnenauftritte und Bühnenabgänge hat an diesem Abend auf jeden Fall Axel Schellenberg in der Rolle des Architekten Rüdiger, der als einziger der WG noch einem geregelten Arbeitsleben nachgeht. Herrlich pedantisch und mit einem spitzen #Humor ausgestattet verkörpert Axel Schönnenberg die Rolle des Rüdigers überragend. Mit trocknem Humor und wohl dosierten Spitzen gegen seine Mitbewohner glänzt er in der Rolle des Rüdiger, der so irgendwie gar nicht in diese WG reinpassen mag.

Gerade dann, wenn er sich um das Wohl seiner Frau sorgt und darauf besteht, dass in der WG alles gemacht wird, was sie sich wünscht. Und so entstehen gerade die wundervoll komischen Momente, wenn die gesamte WG zur #Schwangerschaftsgymnastik antritt. Momente wie diese hätte man sich noch öfter gewünscht.

Oft sind es an diesem Abend aber gerade auch die Momente, in denen die einzelnen #Schauspieler nicht direkt involviert sind und dennoch für lustige Momente sorgen. Astrid Breidbach in der Rolle der schwangeren Marita, die sich im Schneidersitz hockend über den Boden kugelt. Oder aber Pia Heldmann in der Rolle der Lene die eine unglaublich komische #Selfie #Session abseits des Geschehens abhält.

Überhaupt weiß Pia Heldmann in der Rolle der Lene zu überzeugen, da sie diese Figur genau als das verkörpert, was sie für die Geschichte bedeutet. Sie ist das ausgleichende Kontergewicht an der Waage, um diese WG nicht komplett zum Explodieren zu bringen. Anfangs noch die trotzige Göre, entwickelt sich Lene im Laufe des Abends immer mehr zum guten Geist der WG und am Ende ist es dann auch ihre Hartnäckigkeit zu verdanken, dass die WG dann doch noch zueinander findet.

Das #Ensemble hatte sich für diese überzeugende schauspielerische Gesamtleistung die Standing Ovations und den lautstarken Jubel des Publikums am Ende absolut verdient. Denn man hat es geschafft, trotz einer etwas dünnen Geschichte, ohne wirklichen Roten Faden dem Publikum einen schönen und humorvollen Abend zu bereiten.

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