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Shelly Voster, WAO Kongress. Foto: World Avocado Organisation

Die Avocado blickt auf eine neue Wachstumsphase in Europa

Von KWS, Tiere, Pflanzen, Natur, Landwirtschaft2.570 Views

Die #Avocado blickt auf eine neue #Wachstumsphase in #Europa

  • Der globale #Avocado #Markt hat sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt, mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 7 Prozent.

  • Der europäische Avocado Markt wuchs 2025 im Volumen um 16 Prozent und erreichte einen Pro Kopf Verbrauch von 1,8 Kilo.

#Madrid, 6. Oktober 2026

Die World Avocado Organisation (#WAO) richtete gestern in Madrid, gemeinsam mit #Asociafruit und #AECAM sowie in Kooperation mit der Fruit Attraction, den Avocado Kongress 2026 aus. Mit mehr als 700 Teilnehmenden, berieten Experten und Vertreter der weltweiten Wertschöpfungskette darüber, wie die steigende, globale Nachfrage in dieser Wachstumsbranche bewältigt werden kann.

Der Kongress, der im Vorfeld der Fruit Attraction 2026 einer der führenden internationalen Veranstaltungen für die Frische Branche stattfand, konzentrierte sich auf einige der Kernfragen, die die Zukunft der Kategorie prägen werden: die Entwicklung des globalen Angebots, das Wachstumspotenzial des europäischen Marktes, sich ändernde Verbraucheranforderungen und die Rolle verschiedener Erzeugerländer.

Die Veranstaltung fiel zudem mit dem 10 jährigen Bestehen der World Avocado Organisation zusammen. Ein Jahrzehnt, in dem die Kategorie kontinuierlich wuchs und sich die Avocado fest im Alltag europäischer Haushalte etablierte.

Eine Wachstumsbranche auf Erfolgskurs in Europa

Die auf dem Kongress vorgelegten Zahlen belegen: Der weltweite Avocado Boom hält an. Auch der europäische Markt bietet trotz des starken Wachstums der letzten Jahre weiterhin großes Potenzial.

Eric Imbert, Forscher am CIRAD und Experte für den internationalen Fruchtmarkt, eröffnete die Diskussion mit einer klaren Botschaft: Gemessen am Volumen sind Avocados das dynamischste Segment unter den zehn weltweit größten Fruchtmärkten. In nur 10 Jahren hat sich der Markt verdoppelt: mit einem jährlichen Plus von durchschnittlich rund 7 Prozent.

Trotz dieses Wachstums bleibt die globale Nachfrage stark konzentriert: Über 80 Prozent des weltweiten Handels mit Hass Avocados gehen nach Nordamerika sowie in die EU27 und das Vereinigte Königreich, die nach wie vor die zwei wichtigsten Absatzmärkte der Branche bilden.

Imbert merkte an, dass Nordamerika und die »EU 27+UK« mittelfristig die Haupttreiber des Marktes bleiben werden, obwohl sie zunehmend unabhängiger voneinander agieren.Während die Vereinigten Staaten und Mexiko immer stärker als einheitlicher Markt funktionieren, gerät Europa unter größeren wirtschaftlichen Druck und sieht sich mit der zeitgleichen Ankunft von Avocados aus verschiedenen Herkunftsländern konfrontiert. Diese Situation, die schon im Sommer zu beobachten war, setzt sich in der kommenden Wintersaison fort, wodurch Qualität zu einem zentralen Erfolgsfaktor wird.

»Avocados zeigen weltweit weiterhin ein sehr dynamisches Wachstum. Der Markt hat sich in nur zehn Jahren verdoppelt, und die Aussichten bleiben positiv. Wir treten jedoch in eine zunehmend komplexe Phase ein, insbesondere in Europa, wo sich immer mehr Herkünfte und Lieferkalender überschneiden. Die Aufrechterhaltung der Qualität und die Förderung beim Verbraucher werden unerlässlich sein, um das fortlaufende Wachstum der Kategorie zu unterstützen«, sagte Eric Imbert, Forscher am #CIRAD.

Diese Aussichten bauen auf den starken Ergebnissen auf, die 2025 verzeichnet wurden, als der europäische Markt im Volumen um durchschnittlich 16 Prozent wuchs und der Pro Kopf Verbrauch in der »EU27+« im Schnitt 1,8 Kilo erreichte.

Zeitgleich analysierte David Magaña, SVP und Senior Analyst bei der #Rabobank, einige der wichtigsten makroökonomischen Faktoren, die die Entwicklung des globalen Marktes prägen.

Laut den präsentierten Daten haben sich die globalen Avocado Exporte in den letzten 15 Jahren vervierfacht und werden voraussichtlich weiter wachsen. Diese Expansion spiegelt sich auch in der steigenden Zahl der Akteure auf dem internationalen Markt wider. Im Jahr 2014 exportierten nur 12 Länder mehr als 5.000 Tonnen Avocados, verglichen mit 22 Ländern im Jahr 2024. Die Rabobank schätzt, dass diese Zahl bis 2030 auf 30 steigen könnte.

In Europa bleibt die Avocado für viele Verbraucher im Vergleich zu anderen frischen Früchten eine relativ neue Frucht, was bedeutet, dass der Pro Kopf Verbrauch noch Raum für Wachstum hat. Das Gesamtangebot an Avocados in der Europäischen Union hat sich seit 2012 verfünffacht und erreichte im Jahr 2025 1 Million Tonnen. Blickt man in die Zukunft, würde eine Erhöhung des jährlichen Pro Kopf Verbrauchs um nur 100 Gramm die Gesamtnachfrage bis 2035 auf 1,47 Millionen Tonnen steigen lassen.

Magaña hob auch externe Faktoren hervor, die den Markt in den kommenden Jahren beeinflussen könnten, darunter Preisentwicklungen und Klimaereignisse wie El Niño. Das diesjährige El Niño Phänomen ist besonders komplex, und seine Auswirkungen bleiben sehr schwer vorherzusagen. In diesem Fall kann die Auswirkung auf das Angebot erheblich variieren, je nachdem, wann die Wetteranomalien auftreten und in welchem Stadium des Anbauzyklus sich die Ernte befindet.

Verbraucherverständnis als Schlüssel für die nächste #Nachfragewelle

Neben der Angebotsentwicklung stand auf dem Kongress vor allem ein Thema im Mittelpunkt: Die Konsumenten besser zu verstehen, um das Wachstum der Kategorie gezielt weiter voranzutreiben.

Shelly Vorster, Managing Director der World Avocado Organisation, stellte in ihrer Präsentation die Ergebnisse einer umfassenden WAO Studie mit mehr als einer halben Million Befragten vor. Die Daten liefern zwei eindeutige Erkenntnisse: Die Zielgruppen, die das Wachstum der Kategorie vorantreiben, unterscheiden sich von Land zu Land erheblich, und ein höheres Einkommen führt keineswegs automatisch zu einem höheren Avocadokonsum.

Alter, Haushaltstyp, Essgewohnheiten und die Art und Weise, wie Avocados konsumiert werden, variieren von Markt zu Markt erheblich. In Schweden beispielsweise treiben Alleinerziehende im Alter von 40 bis 49 Jahren mit Kindern im Schulalter das Kategoriewachstum an. Diese Verbraucher sind mit Avocados aufgewachsen und betrachten sie heute als Grundnahrungsmittel im Haushalt, selbst in Haushalten mit niedrigem bis mittlerem Einkommen.

Im Vereinigten Königreich stechen vor allem junge Familien mit Kindern über alle Einkommensklassen hinweg hervor. Avocados stehen dort schon sehr früh auf dem Speiseplan, unter anderem als Beikost für Babys, was den Verzehr auch bei künftigen Generationen nachhaltig prägen dürfte.

Auch die Art des Avocadokonsums unterscheidet sich je nach Land. In den Niederlanden sind Avocados bei jüngeren Verbrauchern und Haushalten vor der Familienphase besonders für Abendmahlzeiten und Snacks beliebt, was 47 Prozent der Verzehranlässe ausmacht. #Guacamole gehört zu den gängigen Zubereitungsarten.

In Polen zeigt sich ein besonders starkes Kategoriewachstum bei den Über 50 Jährigen mit Jugendlichen oder erwachsenen Kindern. Zudem gewinnen neue Verwendungsformen wie etwa Avocado Eis an Bedeutung.

Trotz dieser Unterschiede gibt es einen gemeinsamen Faktor über alle Länder hinweg: Gesundheit bleibt in den zehn analysierten europäischen Märkten der Hauptgrund für den Kauf von Avocados, unabhängig von Alter, Lebensstil oder sozioökonomischem Status der Verbraucher.

»Die Daten zeigen uns, dass es nicht den einen europäischen Avocado Verbraucher gibt. Die Profile, die das Wachstum der Kategorie vorantreiben, sind von Land zu Land sehr unterschiedlich und werden nicht allein durch das Einkommen bestimmt. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist zu verstehen, wer unsere Verbraucher sind, in welcher Lebensphase sie sich befinden und wie sie Avocados in ihre Ernährung integrieren. Das ist grundlegend, wenn wir unseren Ansatz anpassen und die Nachfrage in jedem Markt weiter steigern wollen«, erklärt Shelly Vorster, Managing Director der World Avocado Organisation.

Dies eröffnet der Kategorie völlig neue Chancen. Laut der Studie zeigen sich die Verbraucher aufgeschlossen gegenüber innovativen Avocado Produkten wie Guacamole, #Mayonnaise, #Ölen, #Eiscreme oder #Babynahrung. Damit lassen sich unterschiedlichste Geschmäcker, Lebensstile und Verzehranlässe noch gezielter ansprechen.

Vom Verbraucher zur Zukunft des globalen Angebots

Der Kongress wurde mit zwei Podiumsdiskussionen fortgesetzt, die sich mit einigen der wichtigsten Herausforderungen und Chancen befassten, die die Zukunft der Kategorie prägen.

Die erste Podiumsdiskussion mit dem Titel »Vom Ursprung zu den Verbraucheranforderungen«, moderiert vom Koch und Gastronomie Kommunikator Daniel del Toro, besetzte Experten wie Sergio Torres (Senior Vice President Commercial bei Camposol), Domiziana Sandroni (Country Lead und Social Media Manager bei der World Avocado Organisation) und Marta Onrubia (Food Scientist und Global Sales Manager HPP bei Hiperbaric).

Die Teilnehmer hoben hervor, wie wichtig es ist, das wachsende Interesse an Avocados in langfristige Konsumgewohnheiten umzuwandeln. Faktoren wie die Aufrechterhaltung einer gleichbleibenden Qualität, das Angebot des richtigen Reifegrads und die Gewährleistung einer ganzjährigen Verfügbarkeit sind essentiell, um aus einem Erstkauf eine regelmäßige Konsumgewohnheit zu machen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion lag darauf, den Verbrauchern Auswahl und Verzehr von Avocados so einfach wie möglich zu machen. Gleichzeitig können Produktinnovationen und verarbeitete Avocado Erzeugnisse dazu beitragen, neue Verzehranlässe zu erschließen und flexibel auf sich wandelnde Bedürfnisse einzugehen. Da es weder den typischen Avocado Käufer noch die Verzehrsituation gibt, reicht das Spektrum von schnellen Snacks bis hin zu neuartigen, unkonventionellen Verwendungsformen.

Zudem betonten die Branchenvertreter, wie entscheidend Zusammenarbeit, Transparenz und Vertrauen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind, um den Erwartungen der Verbraucher gerecht zu werden und das Wachstum der Kategorie nachhaltig zu sichern.

Die zweite Podiumsdiskussion mit dem Titel »Herkünfte verbinden: Die Zukunft des globalen Angebots«, moderiert von Chris White (Managing Director bei Fruit Net), brachte Juan Antonio Reyes (Präsident von Intertropic), Hans Boyumm (Präsident von SAAGA), Ricardo Uribe (Präsident von Corpohass) und José António Castro (Präsident von Hass) zusammen.

Die Diskussion konzentrierte sich auf die Produktionsaussichten in den wichtigsten Avocado Lieferländern. Dabei wurde beleuchtet, wie sich die aktuelle Saison entwickelt, welche Erwartungen für das kommende Jahr bestehen und welche potenziellen Auswirkungen Wettermuster wie El Niño haben.

Die Teilnehmer merkten an, dass die Angebotsaussichten weit über die reine Produktion auf Erzeugerebene hinausgehen. Faktoren wie Treibstoffkosten, Logistik, Vertrieb und das allgemeine wirtschaftliche Umfeld beeinflussen maßgeblich die Mengen und die Qualität, die letztendlich die europäischen Verbraucher erreichen.

Trotz der Unsicherheiten bei einzelnen Produktionsprognosen bleiben die Erzeugerländer zuversichtlich, was ihre Lieferfähigkeit auf den globalen Märkten betrifft. Während wetterbedingte Ereignisse wie El Niño von Saison zu Saison für Schwankungen sorgen können, bleibt der langfristige Gesamtausblick positiv, da weltweit mit weiter steigenden Avocado Volumina gerechnet wird.

Die Erzeugerländer nutzen zudem ihre Erfahrung, ihre Planungskapazitäten und moderne Instrumente, um sich gezielt auf die Folgen von Klimaschwankungen vorzubereiten und diese bestmöglich zu bewältigen.

Das Podium hob hervor, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen den Erzeugerländern und der gesamten Branche unerlässlich sein wird, um zukünftige Herausforderungen auf Angebots und Nachfrageseite zu meistern. Eine kontinuierliche Versorgung und eine dauerhaft hohe Qualität erfordern eine bessere Abstimmung zwischen den verschiedenen Herkunftsregionen.

In diesem Zusammenhang bietet die World Avocado Organisation eine Plattform für Erzeuger und Unternehmen, um gemeinsam an zentralen Herausforderungen zu arbeiten. Die Einbindung weiterer Branchenakteure wird dabei der Schlüssel sein, um die Handlungsfähigkeit des Sektors zu stärken und das künftige Kategoriewachstum in Europa nachhaltig zu sichern.

Der Kongress brachte in Madrid Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette aus Märkten der Nord und Südhalbkugel zusammen, von Erzeugern, Exporteuren und Importeuren bis hin zu Veredelungsexperten, Einzelhändlern und Verbrauchervertretern.

In einer zunehmend global vernetzten Branche können Veränderungen in einem Erzeuger oder Verbrauchermarkt direkte Auswirkungen auf andere Teile der Welt haben.

Ein weiteres zentrales Thema war die Notwendigkeit, durch kontinuierliche Werbung und gezieltes Marketing neue Verbraucher für die Kategorie zu gewinnen. Im vergangenen Sommer blieben die Preise höher als erwartet, während sich das Angebot durch neue Herkunftsländer weiter diversifiziert. Dies kann dazu beitragen, die Verfügbarkeit von Avocados für die Verbraucher auch angesichts externer Einflüsse wie El Niño stabil zu halten.

Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens bekräftigt die World Avocado Organisation ihr Engagement für das Wachstum der Kategorie sowie für eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ziel bleibt es, sowohl neue als auch bestehende Verbraucher zu erreichen und das Wachstum eines zunehmend globalen und diversifizierten Marktes zu unterstützen.

Über die World Avocado Organisation

Die World Avocado Organisation ist eine gemeinnützige Organisation, die 2016 gegründet wurde und deren Mitglieder Avocadoanbauer, Exporteure und Importeure aus aller Welt sind – einschließlich der vier wichtigsten Anbauländer, die die EU und das Vereinigte Königreich beliefern. Die World Avocado Organisation fördert den Verzehr von Avocados aufgrund ihres Nährwerts und der anerkannten gesundheitlichen Vorteile. Sie teilt außerdem Informationen und Erkenntnisse über Avocadoanbau, Lieferketten und Nachhaltigkeit mit der Öffentlichkeit. Mehr …

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