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Marleen Ehmanns und Roman Mahr im Germanengehöft. Foto: AFM

Neue Geschichtswerkstatt im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen

Von KWS, Kunst und Kultur, Museen1.049 Views

Neue Geschichtswerkstatt im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen

  • Wie entstehen unsere Bilder von Vergangenheit?

#Oerlinghausen, 8. Oktober 2026

#Museen prägen unsere Vorstellungen von #Vergangenheit. Durch #Rekonstruktionen, #Ausstellungen und die Auswahl und Einordnung historischer Quellen entstehen Geschichtsbilder, die uns vermitteln, wie frühere Lebenswelten ausgesehen haben könnten. Doch was erzählen solche Geschichtsbilder über die Vergangenheit? Und was verraten sie über die Zeit, in der sie entstanden sind? Mit einer neuen #Geschichtswerkstatt lädt das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen #Schüler ab Klasse 10 dazu ein, diesen Fragen nachzugehen. Das 3 stündige Bildungsangebot wurde inzwischen erfolgreich erprobt und ist ab sofort für Schulklassen buchbar.

Im Mittelpunkt steht dabei besonders die eigene Geschichte des Museums. Denn Vorstellungen von Vergangenheit entstehen nicht im luftleeren Raum: Sie werden von den Fragen, Überzeugungen und gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer jeweiligen Gegenwart geprägt. Das lässt sich in Oerlinghausen besonders anschaulich zeigen, denn das #Museum ist selbst ein Ort mit Geschichte. Bereits in den 1930er Jahren entstand hier ein sogenanntes «#Germanengehöft«, das stark durch das damalige nationalsozialistische #Germanenbild gefärbt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage auf Grundlage der Planungen von 1936 neu errichtet und 1962 wiedereröffnet. Dieses Germanengehöft steht bis heute im Museumsgelände. Die Geschichte des Museums ist damit unmittelbar vor Ort sichtbar.

Die Geschichtswerkstatt verbindet die unmittelbare Auseinandersetzung mit den Rekonstruktionen im Museumsgelände mit eigenständiger Quellenarbeit. Die Schüler untersuchen und vergleichen historische Texte, Fotografien und Zeitungsartikel ebenso wie aktuelle Beispiele und erarbeiten, welche Vorstellungen von »den #Germanen« vermittelt werden, wie solche Geschichtsbilder entstehen und fortwirken und wozu sie in unterschiedlichen Zeiten genutzt werden.

Damit knüpft das neue Programm unmittelbar an die aktuelle Weiterentwicklung des Museums an. Im Zentrum eines bevorstehenden Bauprojekts steht ein neues »Germanenhaus«, das in 2 Hälften geteilt wird. Beide Seiten gehen vom selben archäologischen Befund aus und zeigen dennoch 2 völlig unterschiedliche Bilder der Vergangenheit. Eine Haushälfte rekonstruiert die ideologisch geprägte Inszenierung von 1936 mit ihrer damaligen Architektur und Einrichtung, die andere stellt ihr den heutigen archäologischen Forschungsstand gegenüber. Eine gläserne Trennwand macht den direkten Vergleich möglich. So wird unmittelbar sichtbar, wie stark zeitgenössische Vorstellungen und Weltanschauungen die Rekonstruktion von Vergangenheit prägt.

Die Geschichtswerkstatt greift genau diese Fragen bereits heute in der historischen Bildungsarbeit auf. Jugendliche werden dazu angeregt, Geschichtsbilder nicht einfach als gegeben hinzunehmen, sondern nach ihrer Entstehung, ihrer Funktion und ihrem Fortwirken zu fragen. Damit rückt zugleich eine grundlegende Frage historischer und archäologischer Vermittlung in den Mittelpunkt: Wie entstehen unsere Vorstellungen von Vergangenheit und wie können wir lernen, kritisch mit ihnen umzugehen?

Information und Buchung

Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen,
Am Barkhauser Berg 2 bis 6,
33813 Oerlinghausen,
E Mail info@afm oerlinghausen.de, Telefon +4952022220, mehr …

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