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NOW Commons: Citroën »Traction Avant«, Gütersloh (2002)

Von KWS, Gütsel Commons, Historische Fotos3.589 Views

#NOW #Commons: #Citro��n »#Traction #Avant«, #Gütersloh (2002) …

#Gütersloh, 24. August 2026

Er sieht aus wie ein Automobil aus einer längst vergangenen Epoche – und war technisch seiner Zeit weit voraus. Der Citroën »Traction Avant« brachte bereits 1934 #Frontantrieb, selbsttragende #Karosserie und eine außergewöhnlich gute #Straßenlage auf die Straße. Besonders eindrucksvoll ist die heute seltene Langversion: ein französischer #Großraumwagen, lange bevor jemand von Vans oder Großraumlimousinen sprach.

Wer heute einen Citroën »Traction Avant« sieht, denkt zunächst an die 1930er Jahre, 1940er-Jahre und 1950er-Jahre: #ausladende #Kotflügel, freistehende #Scheinwerfer, schmale #Motorhaube und die charakteristische niedrige #Silhouette. Kaum ein anderes Auto verkörpert das klassische französische Automobil jener Zeit so deutlich.

Doch der nostalgische Eindruck täuscht. Als Citroën den Wagen im April 1934 präsentierte, war er eine technische Revolution. Sein Name beschrieb bereits eine seiner wichtigsten Besonderheiten: »Traction Avant« bedeutet schlicht »#Frontantrieb«. Statt die Hinterräder über eine lange Kardanwelle anzutreiben, saßen #Motor, #Getriebe und #Antrieb vorn.

Hinzu kam eine selbsttragende Ganzstahlkarosserie. Der klassische separate Fahrzeugrahmen konnte entfallen. Dadurch wurde der Wagen leichter und vor allem niedriger. Zusammen mit seiner breiten #Spur und dem tiefen Schwerpunkt entstand eine Straßenlage, die für die damalige Zeit außergewöhnlich war. Citroën warb sogar damit, der »Traction Avant« »zähme die Zentrifugalkraft«.

Ein Auto mit vielen Gesichtern

Der »Traction Avant« war streng genommen nicht ein einziges Modell, sondern eine ganze Modellfamilie. Im Laufe der mehr als zwei Jahrzehnte dauernden Produktion entstanden unterschiedliche Motorisierungen und Karosserieformen. Neben den bekannten Limousinen gab es unter anderem #Coupés, #Cabriolets und besonders geräumige #Langversionen.

Zu diesen gehörte die Familiale. Sie besaß einen verlängerten Radstand und 3 Sitzreihen. Je nach Ausführung und Epoche konnten 7, 8 oder sogar 9 Personen mitfahren. Zusätzliche Klappsitze befanden sich zwischen den normalen Sitzreihen.

Damit war die »#Familiale« ein bemerkenswertes Fahrzeugkonzept: ein Auto für große Familien, Hotels, Taxiunternehmen oder andere Einsatzzwecke, bei denen viel Platz gefragt war. Daneben gab es auf der langen Basis eine besonders geräumige Limousine sowie die Commerciale, bei der der große Innenraum stärker auf den Transport von Waren ausgerichtet war.

Der Radstand der langen #Traction-Versionen betrug rund 3,27 Meter. Eine Familiale erreichte eine Länge von etwa 4,85 Metern – für ein europäisches Auto jener Zeit eine stattliche Erscheinung. Trotzdem blieb die typische niedrige, elegante Form des »Traction Avant« erhalten.

Von der #Vorkriegszeit bis ins #Wirtschaftswunder

Auch historisch ist der »Traction Avant« ungewöhnlich. Seine Karriere begann 1934 und überdauerte den Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende nahm Citroën die Produktion wieder auf. Damit begegnete dasselbe grundlegende Automobilkonzept Menschen in vollkommen unterschiedlichen Welten: in den Straßen der Vorkriegszeit ebenso wie im #Europa des Wiederaufbaus und schließlich in den beginnenden Wirtschaftswunderjahren.

Die Langversionen verschwanden zunächst aus dem Nachkriegsprogramm. Erst 1953 kehrte die »#Familiale« zurück, 1954 folgte wieder die »#Commerciale«.

Und ausgerechnet eine Familiale setzte schließlich den Schlusspunkt unter eine der längsten Modellgeschichten der Automobilgeschichte: Am 24. Juli 1957 verließ als letzter »Traction Avant« ein »11 B Familiale« das Citroën-Werk.

Nach mehr als 20 Jahren war die einstige Revolution zum Klassiker geworden.

Das #Auto der #Gangster – und der #Polizei

Zum Mythos des »Traction Avant« gehört allerdings noch etwas anderes. Seine schwarze Karosserie, die niedrige Straßenlage und seine für damalige Verhältnisse hervorragenden Fahreigenschaften machten ihn zu einem idealen Filmauto. Bis heute taucht er in historischen Filmen regelmäßig als Wagen von Gangstern, Polizei, Résistance oder Geheimdiensten auf.

Das ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Gerade seine #Geschwindigkeit und Straßenlage machten den »Traction« tatsächlich für sehr unterschiedliche Nutzer interessant. Sein filmisches Image wurde mit den Jahrzehnten allerdings so mächtig, dass der Wagen heute beinahe automatisch mit dunklen Mänteln, Maschinenpistolen und französischen Landstraßen verbunden wird.

Dabei konnte derselbe »Traction Avant« in der »Familiale«-Ausführung ein ausgesprochen friedliches Familienauto sein.

Eine Revolution im historischen Kleid

Das Faszinierende am »Traction Avant« ist deshalb der Widerspruch zwischen seinem heutigen Erscheinungsbild und seiner damaligen Bedeutung. Für uns sieht er uralt aus. Für einen Autofahrer des Jahres 1934 war er in wesentlichen Punkten ausgesprochen modern.

#Frontantrieb, selbsttragende Karosserie, niedriger Schwerpunkt, hydraulische Bremsen und eine konsequent auf gute Fahreigenschaften ausgelegte Konstruktion wiesen weit in die Zukunft. Nicht ohne Grund wurde der »Traction Avant« als das »Auto mit den 100 Patenten« bekannt.

1955 stellte Citroën mit der futuristischen »#DS« bereits die nächste automobile Sensation vor. 2 Jahre lang standen damit #Vergangenheit und #Zukunft sogar gemeinsam im Citroën-Programm: der »Traction Avant« mit seinen freistehenden Kotflügeln und die aerodynamische »DS«.

1957 endete schließlich die Produktion des »Traction Avant«.

Geblieben ist eines der unverwechselbarsten Autos des 20. Jahrhunderts – und in der seltenen Langversion zugleich die Erinnerung daran, dass ein geräumiges Auto für viele Menschen keine Erfindung unserer Zeit ist.

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