Von Marc Peschke, Kunst und Kultur, Museen3.203 Views
»Touched«, Ausstellung von Sebastian Unterrainer in der Fabrik der Künste Hamburg, 16. Oktober bis 15. November 2026
Wertheim am Main, 5. Oktober 2026
In den aktuellen Bildwelten des Hamburger Künstlers Sebastian Unterrainer rücken #Tiere zunehmend in den Mittelpunkt. Dabei geht es #Unterrainer nicht allein um ihre äußere Erscheinung oder um die ästhetischen Möglichkeiten ihrer Darstellung. Tiere sind für ihn vielmehr ein Zugang zu einer anderen, ursprünglicheren Wahrnehmung der Welt.
Dabei bewegt er sich auch auf den Spuren von Franz Marc, der Tiere als #Wesen betrachtete, die eine eigene, von menschlichen Konventionen unabhängige Sicht auf die Welt ermöglichen. Der Gedanke, die Welt durch die Augen des Tieres zu sehen, bildet einen wichtigen Bezugspunkt für Unterrainers Arbeit.
Tiere begegnen uns unmittelbar und unverstellt. Ihre Körpersprache, ihre Aufmerksamkeit und ihr Verhalten ermöglichen eine Form der Verständigung, die häufig ohne Worte auskommt. Für Unterrainer liegt gerade darin eine besondere Ehrlichkeit. Im Kontakt mit Tieren kann schneller Vertrauen entstehen, weil die Begegnung weniger von gesellschaftlichen Rollen, Erwartungen oder Vorurteilen geprägt ist. Diese unmittelbare Beziehung interessiert ihn auch als Künstler. Er möchte nicht nur wissen, wie ein Tier aussieht, sondern sich vorstellen, wie sich seine Welt anfühlen könnte. Wie nimmt ein Tier seine Umgebung wahr? Welche Bedeutung haben Licht, Geräusche, Bewegung, Nähe oder Gefahr aus seiner Perspektive?
Die Tierdarstellungen werden so zu einem Versuch, die eigene menschliche Perspektive für einen Moment zu verlassen. Sie eröffnen einen Perspektivwechsel und stellen zugleich die Frage, wie selbstverständlich wir den Menschen ins Zentrum unserer Welt setzen.
Die Tiere in Unterrainers Arbeiten erscheinen in unterschiedlichen Bildsprachen. Seine farbigen Darstellungen entwickeln eine intensive, nuancenreiche Wirkung. Die hohe Leuchtkraft der Farben erzeugt eine eigene Atmosphäre und lässt die Figuren zwischen Natur, Fantasie und urbaner Wirklichkeit erscheinen.
Die Tiere stehen dabei nicht losgelöst von ihrer Umgebung. Sie tragen Spuren einer Welt in sich, die zunehmend durch den Menschen geprägt wird. Urbane Einflüsse, grafische Zeichen und künstlich anmutende Farbwelten treffen auf organische Formen. Aus dieser Verbindung entsteht eine Spannung zwischen ursprünglicher Lebendigkeit und einer zunehmend künstlich gestalteten Umwelt.
Die Farbe wird zu einem eigenständigen Ausdrucksmittel. Sie schafft emotionale Tiefe, lässt unterschiedliche Bedeutungsebenen entstehen und verleiht den Figuren eine starke Präsenz. Die Tiere werden zu Trägern von Stimmungen und Empfindungen, die über ihre bloße Darstellung hinausgehen. Einen bewussten Gegenpol bilden Unterrainers #Schwarzweißarbeiten. Hier stehen klare Kontraste, Linien und Konturen im Vordergrund. Die Bildsprache wirkt unmittelbarer und konzentriert sich stärker auf Form, Ausdruck und Haltung.
Im Zentrum der Ausstellung »Touched« stehen Tiere, die Sebastian Unterrainer aus Fingerabdrücken und Handabdrücken entwickelt. Jeder Abdruck ist eine unmittelbare Spur des Menschen – individuell, körperlich und nicht reproduzierbar. Aus diesen Spuren entstehen Tierfiguren, die sich zwischen Natur, Mensch und urbaner Welt bewegen. Die Technik wird dabei selbst zum Inhalt: Der Künstler versucht, sich der ursprünglichen Wahrnehmung des Tieres anzunähern und hinterlässt dabei zugleich seine eigene menschliche Spur. Der Fingerabdruck steht für Berührung, Identität und Nähe, aber auch für den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt. So erhält der Titel »Touched« eine doppelte Bedeutung: Die Tiere werden vom Menschen berührt – und berühren ihrerseits den Betrachter.
Künstler Vita
Sebastian Unterrainer, geboren 1983 in #Trier, lebt und arbeitet in #Hamburg. Er ist Maler, Zeichner, Grafiker und Songwriter. Unterrainer studierte Bildende Kunst und #Biologie. Die Verbindung von #Kunst und #Naturwissenschaft prägt bis heute seine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch, Tier und Umwelt. Seit über einem Jahrzehnt arbeitet er als Kunstlehrer an einer Hamburger #Schule.
Seine künstlerische Arbeit verbindet gesellschaftliche Reflexion mit einer eigenständigen, oftmals spielerischen Bildsprache. Im Mittelpunkt stehen Themen wie das Verhältnis von Mensch und Tier, Natur, Urbanität und soziale Verantwortung. In Werkserien wie »Urban Zoo«, »Humanimals«, »Visitors«, »Voyage en Vinyl« und »Babylon 2.0« entwickelt er Bildwelten, in denen figurative Motive, grafische Elemente und urbane Einflüsse aufeinandertreffen.
Seit 2007 präsentiert Unterrainer seine Arbeiten in Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen im #Inland und #Ausland. Zu seinen Ausstellungsstationen zählen unter anderem die Millerntor Gallery und die »Fabrik der Künste« in Hamburg sowie zahlreiche Ausstellungen in #Deutschland, #Österreich, #Frankreich, #Luxemburg und #Australien. 2024 präsentierte er in der Fabrik der Künste die Ausstellung »Humanimal«. 2026 folgten weitere Ausstellungsprojekte, darunter eine Ausstellung in der »Galerie 21« in #Güstrow sowie die Beteiligung an der Ausstellung »Systemfehler Mensch?« im Kunsthaus Hamburg.
16. Oktober bis 15. November 2026, #Vernissage Donnerstag, 15. Oktober 2026, ab 18 Uhr, Einführungsrede Martin Tschechne (Journalist und Publizist), Live #Musik ab 19.30 Uhr von Harbour Violet, #Midissage Sonntag, 1. November 2026, ab 14 Uhr, #Kinderkonzert mit #Sebó und #Kindermalen, #Finissage Sonntag, 15. November 2026, mittwochs bis freitags 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags 12 bis 18 Uhr, der Künstler ist während der Öffnungszeiten anwesend, mehr …
#NOW #N #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT #MARIECHENMARKT
