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»Jazz in Gütersloh«: Von #Tango bis Hard Rock – der #Jazzherbst 2026 sprengt die Genregrenzen
#Gütersloh, 11. Oktober 2026
4 Konzerte, 4 musikalische Welten und jede Menge Überraschungen: Die Reihe »Jazz in Gütersloh« (#JIG) bringt im Herbst 2026 internationale Spitzenmusiker, experimentierfreudige Klangarchitekten und preisgekrönte Ensembles ins Theater Gütersloh. Das Programm reicht von orchestraler Klanggewalt über argentinischen Nuevo Tango bis zu einer ungewöhnlichen Mischung aus #Jazz, #Rock und #Latin.
Jazz ist längst mehr als Saxofon, Kontrabass und verrauchte Kellerclubs. Wer daran noch Zweifel hat, dürfte im Gütersloher Theater eines Besseren belehrt werden. Denn die Herbstausgabe von »Jazz in Gütersloh« zeigt, wie grenzenlos, überraschend und aufregend zeitgenössischer Jazz sein kann.
4 Konzerte stehen zwischen Oktober und Dezember auf dem Programm. Dabei treffen 22 köpfige Klangkollektive auf intime Duobesetzungen, südamerikanische Rhythmen auf europäische Jazztraditionen und klassische Instrumente auf elektronische Klangexperimente.
»Fuchsthone Orchestra«: eine Bigband, die keine sein will
Den Auftakt macht am Donnerstag, 15. Oktober 2026, das »Fuchsthone Orchestra«. Wer dabei an eine traditionelle Bigband mit Swingklassikern und gepflegtem Bläsersatz denkt, liegt ziemlich daneben. Die Komponistinnen und Bandleaderinnen Caroline Thon und Christina Fuchs haben ein 22 köpfiges Ensemble geschaffen, das die Möglichkeiten eines Jazzorchesters konsequent ausreizt. Neben klassischen Bläsern gehören Violine, Gesang und Elektronik zum Instrumentarium.
Das musikalische Spektrum reicht von monumentalen Tutti Passagen bis zu beinahe kammermusikalischen Momenten der Stille. Komplexe Arrangements wechseln mit kollektiven Improvisationen, wuchtige Klangexplosionen mit filigranen Strukturen. Das Ergebnis ist ein #Orchester, das weniger die Vergangenheit des Jazz feiert, als vielmehr seine Zukunft erkundet. Musik, die herausfordert, überrascht und gelegentlich sämtliche Erwartungen über den Haufen wirft.
»Pablo Ziegler Trio«: Der #Tango lebt – und improvisiert
Am Mittwoch, 4. November 2026, wird es südamerikanisch. Mit dem »Pablo Ziegler Trio« kommt ein Musiker nach Gütersloh, der den modernen Tango nicht nur interpretiert, sondern seine Entwicklung entscheidend mitgeprägt hat. Der argentinische Pianist Pablo Ziegler spielte über zwölf Jahre im New Tango Quintet des legendären Astor Piazzolla. Dessen revolutionäre Verbindung von #Tango, Jazz und Klassischer #Musik entwickelte Ziegler zu einer eigenen, unverwechselbaren musikalischen Sprache weiter.
Gemeinsam mit dem Gitarristen Quique Sinesi und dem belgischen Bandoneonisten Manu Comte entfaltet er eine faszinierende Mischung aus rhythmischer Leidenschaft, improvisatorischer Freiheit und impressionistischen Klangfarben. Auf dem Programm stehen eigene Kompositionen wie »La Rayuela« ebenso wie Neuinterpretationen von #Piazzollas Werken. Ziegler wurde unter anderem mit einem »#Grammy« und einem »Latin Grammy« ausgezeichnet. Ein Abend für alle, die Tango nicht nur als Tanzmusik verstehen, sondern als eigenständige Kunstform voller Dramatik, Eleganz und musikalischer Raffinesse.
Shuteen Erdenebaatar und Nils Kugelmann: 2 Stimmen, 1 musikalischer Kosmos
Am Sonntag, 29. November 2026, gehört die Bühne 2 außergewöhnlichen Vertretern der jungen europäischen Jazzgeneration.
Die aus der #Mongolei stammende Pianistin und Komponistin Shuteen Erdenebaatar und der deutsche Bassist und Klarinettist Nils Kugelmann präsentieren ihr gemeinsames Programm »Under the Same Stars«. Im Mittelpunkt steht eine ungewöhnliche Instrumentenkombination: Erdenebaatars ausdrucksstarkes Klavierspiel trifft auf die tiefen, geheimnisvollen Klangfarben von Kugelmanns Kontra Alt Klarinette. Was daraus entsteht, bewegt sich zwischen Jazz, #Klassik und #Filmmusik. Statt auf große Effekte setzen die beiden auf musikalischen Dialog, Atmosphäre und eine Intensität, die gerade aus den leisen Tönen erwächst.
Erdenebaatar, die seit 2018 in Deutschland lebt, wurde unter anderem mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet. Kugelmann hat sich als Komponist und ACT Künstler einen Namen gemacht. Ihr gemeinsames Projekt erzählt von kulturellen Begegnungen, persönlichen Biografien und einer musikalischen Verständigung, die keine Übersetzung benötigt.
Jin Jim: Wenn die #Jazzflöte auf Hard Rock trifft
Zum Abschluss wird es am Samstag, 19. Dezember 2026, noch einmal ausgesprochen energiegeladen. Mit Jin Jim gastiert eine Band im Theater Gütersloh, die demonstriert, wie wenig sich Jazz um musikalische Schubladen kümmern muss.
Das Quartett verbindet Latin, Jazz, Progressive Rock, Hard Rock und Hip Hop zu einem Sound, der gleichermaßen virtuos wie unmittelbar zugänglich ist.
Besonders ungewöhnlich ist die Rolle der Flöte, die hier keineswegs nur für sanfte Melodien zuständig ist. Daniel Manrique Smith setzt sie mit einer Intensität ein, die problemlos neben schneidenden E Gitarren, mächtigen Basslinien und druckvollem Schlagzeug bestehen kann.
Gemeinsam mit Nico Stallmann am Schlagzeug, Ben Tai Trawinski am Bass und Johann May an der Gitarre entwickelt die Band einen explosiven, rhythmisch komplexen und dennoch melodischen Klang.
Bereits früh vom #NDR als »Senkrechtstarter der deutschen Jazzszene« gefeiert, erspielte sich Jin Jim mit internationalen Auftritten und Auszeichnungen einen hervorragenden Ruf.
Das 3. Studioalbum »New Choices« zeigt die Band noch kompakter und kraftvoller. Progressive Rock Strukturen, Latin Grooves und Jazzimprovisationen verschmelzen zu einem Sound, der auch Menschen begeistern dürfte, die mit traditionellem Jazz bislang wenig anfangen konnten.
4 Konzerte, ein gemeinsamer Nenner: Musikalische Neugier
Das Herbstprogramm von »Jazz in Gütersloh« ist vor allem eines: ein Plädoyer für musikalische Offenheit. Hier wird Jazz nicht als abgeschlossenes Genre präsentiert, sondern als lebendige Kunstform, die sich ständig verändert, andere Einflüsse aufnimmt und neue Ausdrucksmöglichkeiten entwickelt.
Ob orchestrales Experiment, argentinischer Tango, atmosphärischer Dialog oder rockiges Klanggewitter – die vier Konzerte zeigen, dass Jazz gerade dann besonders spannend wird, wenn er seine eigenen Grenzen überschreitet.
Tickets und Informationen: Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr im #Theater Gütersloh. Einzelkarten kosten 21 beziehungsweise 28 Euro, gegebenenfalls zuzüglich Vorverkaufsgebühren. Die üblichen Ermäßigungen gelten. Karten sind an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie bei Eventim und »Jazz in Gütersloh« erhältlich. Die Abendkasse öffnet jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
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