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Foto: Karin Kaper Film

Karin Kaper und Dirk Szuszies – unabhängige Berliner Kinodokumentarfilmer

Von KWS, Kunst und Kultur, Kino862 Views

Karin Kaper und Dirk Szuszies – unabhängige Berliner Kinodokumentarfilmer

#Hispanorama, Christel Wollmann Fiedler, Juli 2026

Karin Kaper und Dirk Szuszies sind unabhängige Berliner Kinodokumentarfilmer. Mit ihren beiden letzten preisgekrönten Filme »Wir sind Juden aus Breslau« und »Walter Kaufmann – welch ein Leben« leisteten sie einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen #Antisemitismus und rechtsextreme Strömungen.

Nun erfüllt sich das erfahrene Regie Duo einen langgehegten Herzenswunsch. Ab dem 17. September 2026 startet bundesweit ihr neuer Film »La Graciosa Kanarische Träume« nur in Kinos. Bereits seit 1994 verbrachten die Regisseure immer wieder längere Zeit in Caleta de Sebo, dem einzigen ganzjährigen bewohnten Dorf der kleinsten kanarischen Insel, in dem kaum mehr als 700 Menschen ständig leben. Diesen beeindruckenden Bewohnern setzt die Dokumentation ein berührendes filmisches Denkmal. Karin Kaper und Dirk Szuszies präsentieren keinen gewöhnlichen Reisefilm, der sich mit aneinandergereihten oberflächlichen Eindrücken begnügt.

Bereits am Anfang des Films, der die Ankunft der Regisseure im Hafen von La Graciosa zeigt, wird dem Zuschauer bewusst, dass zwischen den Filmemachern und den zahlreichen Mitwirkenden im Dorf eine respektvolle Beziehung besteht. Auf dieser winzigen Insel, wo Erinnerung und Gegenwart in einem empfindlichen Gleichgewicht nebeneinander existieren, entsteht ein menschliches, historisches und soziales Porträt, das aus vertrauensvoller Nähe heraus entstanden ist.

Mit wohldosierten Kommentaren werden die Regisseure selbst zu Akteuren im Film. Ihre gelungene Absicht ist es, mit geduldiger Aufmerksamkeit das filmisch einzufangen, was gewöhnlich unbemerkt bleibt: das Alltagsleben, das die Gemeinschaft trägt, die Spannungen, die sich hinter dem schönen Schein verbergen, und die Schönheit, die selbst im Zerbrechlichsten fortbesteht. So dringt der Film in tiefste Schichten vor: in familiäre Bindungen, noch offene Wunden und einer Identität, die sich wandelt, unter dem ständigen Risiko, die Wurzeln zu verlieren. Im Film wird der dramatische Wandel von einem einst armen #Fischerdorf, in dem jeder jedem half, hin zu einer immer mehr vom #Tourismus dominierten Gemeinschaft sinnlich erfahrbar.

Protagonisten, die sich für den #Naturschutz und #Umweltschutz auf der Insel einsetzen, sind den Angriffen derjenigen ausgesetzt, für die alle Einnahmequellen legitim sind. La Graciosa ist als Mikrokosmos ein eindringliches Beispiel dafür, wie gefährlich ein zunehmender Massentourismus für das Zusammenleben der Menschen ist.

Der #Film geht aber weit über diesen Aspekt hinaus. Starke Frauen und ihre Bedeutung spielen eine wesentliche Rolle, ebenso Menschen, die sich in La Graciosa verliebt und dort niedergelassen haben. Auch viele andere Themen klingen an wie #Musik, #Klimawandel, #Kultur, gesellschaftliches Leben, Familienleben, Traditionen und Politik – gewürzt mit einem Hauch von #Poesie. Großartige Kameraaufnahmen sowie Musikkomposition und Sounddesign schließlich machen »La Graciosa – Kanarische Träume« zu einem mehr als empfehlenswerten Kinogenuss. Mehr …

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