Von Jörg Schwarz, Kunst und Kultur, Kunst145 Views
40 Jahre »#Bananensprayer«: Die #Kunst geht – der Streit um ihre #Freiheit bleibt!
#Düsseldorf, 14. Oktober 2026
Große Abschlussfinissage am 18. Oktober 2026 in Kamp Lintfort: Thomas Baumgärtel beendet seine außergewöhnliche »NiederrheinTour 2026« mit 40 Kunstorten, 40 Werkgruppen und 1.806 Kunstwerken. Ausgerechnet am letzten Ausstellungsort sorgt der Streit um die Entfernung seiner #Spraybananen für eine aktuelle Debatte über #Kunstfreiheit und #Denkmalschutz.
Am Sonntag, 18. Oktober 2026, von 11 bis 17 Uhr, lädt der international bekannte Künstler Thomas Baumgärtel, besser bekannt als der »Bananensprayer«, zur allerletzten #Finissage seiner »NiederrheinTour 2026« ein. In der Westlichen #Orangerie des #Terrassengartens am Kloster Kamp endet die große Jubiläumsausstellung »Freiheit für Kunst XL«, die noch einmal Höhepunkte aus 40 Jahren künstlerischen Schaffens und der außergewöhnlichen »NiederrheinTour« zusammenführt.
Was am 8. Mai 2026 begann, entwickelte sich zu einem der umfangreichsten Kunstprojekte in der Geschichte des Niederrheins – und vielleicht in der Geschichte der Kunst überhaupt: An 40 Kunstorten zwischen #Rhein und #Maas zeigte Baumgärtel 40 unterschiedliche Werkgruppen seines umfangreichen Œuvres. Insgesamt waren 1.806 Kunstwerke zu sehen – von frühen Schablonenarbeiten über großformatige Gemälde, politische Arbeiten und Installationen bis hin zu seinen bekannten #Metamorphosen der #Spraybanane.
Mit der zentralen Finissage am 27. September 2026 im Museum Kurhaus Kleve ging die 143 Tage dauernde »NiederrheinTour« offiziell zu Ende. 19 besonders engagierte Kunstbegeisterte hatten sogar sämtliche 40 Ausstellungen besucht und wurden beim Finale dafür ausgezeichnet.
Eine ganze Region wurde zur Kunstlandschaft
Mit seiner Jubiläumstour wollte Baumgärtel nicht nur auf vier Jahrzehnte künstlerischen Schaffens zurückblicken, sondern auch seiner niederrheinischen Heimat eine Hommage widmen und die außergewöhnliche Vielfalt ihrer #Museen, #Galerien, #Schlösser, #Kirchen und weiteren #Kunstorte sichtbar machen.
Die »NiederrheinTour« verband renommierte Museen mit kleineren, oftmals weniger bekannten Kulturorten. Sie führte Besucherinnen und Besucher quer durch eine Region, die sich für mehrere Monate in eine dezentrale Kunstlandschaft verwandelte.
Die abschließende Ausstellung »Freiheit für Kunst XL« in Kamp Lintfort bietet nun noch einmal die Möglichkeit, das breite Spektrum von Baumgärtels Kunst an einem einzigen Ort zu erleben. Kuratiert wurde die Ausstellung von Andreas Verfürth.
Ausgerechnet in Kamp Lintfort: Streit um die Freiheit der Kunst
Dass das Motto »Freiheit für die Kunst« weit mehr ist als ein Ausstellungstitel, zeigt ausgerechnet ein Konflikt am letzten Ausstellungsort der Jubiläumstour.
Die Stadt Kamp Lintfort, die gemeinsam mit Andreas Verfürth zur Ausstellung in der Orangerie eingeladen hat, verlangt aus Gründen des Denkmalschutzes die Entfernung zweier Spraybananen, die Baumgärtel am historischen #Schirrhof und am #Kunsthaus #Bassier angebracht hat.
Die Spraybananen entstanden anlässlich der dortigen Ausstellungen und markieren die beiden Häuser als besondere #Kunstorte. Für Baumgärtel ist die Forderung der Stadt unverständlich.
Seit 1986 zeichnet der Künstler mit seiner Spraybanane Museen, Galerien und andere bedeutende Kulturorte auf der ganzen Welt aus. Auch zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude tragen sein international bekanntes Kunstzeichen – darunter die #Albertina in #Wien, das Arp Museum in #Remagen und die Hamburger Kunsthalle.
Während diese Spraybananen andernorts längst als Bestandteil einer lebendigen Kunstlandschaft akzeptiert werden, sollen die beiden Arbeiten in Kamp Lintfort wieder verschwinden.
Die Stadt beruft sich darauf, dass denkmalgeschützte Gebäude durch das Besprühen nicht dauerhaft verändert werden dürften. Baumgärtel hingegen fordert eine nachvollziehbare denkmalfachliche Begründung und eine angemessene Abwägung zwischen #Denkmalschutz und der durch Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes geschützten #Kunstfreiheit.
»Meine Spraybanane zerstört kein #Denkmal. Sie zeichnet einen Ort als Kunstort aus und verbindet historische Architektur mit zeitgenössischer Kunst. Seit 40 Jahren wird dieses Zeichen weltweit verstanden und geschätzt. Warum ausgerechnet in Kamp Lintfort etwas entfernt werden soll, was andernorts längst selbstverständlich ist, kann ich nicht nachvollziehen«, erklärt Baumgärtel.
Besonders widersprüchlich erscheint dem Künstler, dass die Stadt einerseits Gastgeberin seiner Jubiläumsausstellung unter dem Titel »Freiheit für Kunst XL« ist, andererseits jedoch gegen seine Spraybananen vorgeht.
»Man kann nicht auf der einen Seite die Freiheit der Kunst feiern und auf der anderen Seite ihre sichtbaren Zeichen beseitigen wollen. Gerade eine Stadt, die sich als Kulturstandort versteht, sollte den Dialog zwischen Kunst und Denkmalpflege suchen, statt Kunstwerke entfernen zu lassen«, kritisiert Baumgärtel.
Der Konflikt hat bereits überregionale Aufmerksamkeit ausgelöst und wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie viel zeitgenössische Kunst verträgt der Denkmalschutz – und wie viel Freiheit gesteht eine Gesellschaft ihren Künstlerinnen und Künstlern tatsächlich zu? Der Bürgermeister ignoriert bis heute die Aufforderung des Künstlers zu einem Dialog.
»Freiheit für die Kunst« – eine Haltung seit 40 Jahren
Mit seiner Spraybanane setzt Baumgärtel seit vier Jahrzehnten ein unverwechselbares Zeichen für Kunst und Kultur. Doch sein künstlerisches Werk reicht weit über dieses Motiv hinaus.
Seine Arbeiten beschäftigen sich mit gesellschaftlichen #Konflikten, #Demokratie, #Krieg und #Frieden, #Religion, #Kunstgeschichte und den #Grenzen individueller #Freiheit. Immer wieder mischt sich Baumgärtel mit seiner Kunst in politische und gesellschaftliche Debatten ein.
»Kunst muss frei bleiben – gerade dann, wenn sie unbequem ist, provoziert oder Widerspruch hervorruft. Eine Demokratie braucht Künstlerinnen und Künstler, die Fragen stellen, Grenzen überschreiten und sich nicht vorschreiben lassen, was sie zu denken oder darzustellen haben«, betont Baumgärtel.
Der Streit in Kamp Lintfort verleiht dem Leitmotiv seiner Jubiläumstour damit eine besondere Aktualität.
Ein letztes Wiedersehen – und ein großes Dankeschön
Am 18. Oktober 2026 besteht von 11 bis 17 Uhr zum letzten Mal die Gelegenheit, die große Jubiläumsausstellung in der Westlichen Orangerie zu besuchen. Thomas Baumgärtel wird persönlich ab 12 Uhr anwesend sein und für Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern sowie Medienvertreterinnen und Medienvertretern zur Verfügung stehen.
Zugleich möchte der Künstler den Tag nutzen, um sich bei den zahlreichen beteiligten Kunstinstitutionen, Organisatoren, Unterstützern und Kunstinteressierten zu bedanken, die seine außergewöhnliche »NiederrheinTour« ermöglicht haben.
Nach 40 Jahren mit der Spraybanane und einem intensiven Jubiläumsjahr endet damit ein besonderes Kapitel seiner künstlerischen Laufbahn.
Die »NiederrheinTour« geht zu Ende. Doch die Spraybanane bleibt ein Zeichen für Kunst, Demokratie und Freiheit – auch dort, wo man sie am liebsten entfernen möchte. Mehr …
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